Vitaliy Kovalev, in Cyberkriminellen-Kreisen als „Bentley“ oder „Ben“ bekannt, wird mit großangelegtem Bankbetrug und einigen der berüchtigtsten Hackergruppen in Verbindung gebracht. Trotz einer früheren Festnahme in Russland soll er jedoch schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen entgangen sein.
Laut einer Anklageschrift aus den USA wurde Kovalev wegen Verschwörung zum Bankbetrug sowie in acht Fällen von Bankbetrug angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, in den Jahren 2009–2010 Konten von Opfern bei mehreren amerikanischen Finanzinstituten gehackt zu haben. Diese Angriffe fanden noch vor seiner mutmaßlichen Beteiligung an späteren Cyberkriminalitätsoperationen im Zusammenhang mit dem Trickbot-Malware-Netzwerk statt. Ermittler gehen seit Langem davon aus, dass Trickbot eng mit der in Russland ansässigen Gruppe Conti verbunden ist — einer der aggressivsten Cyberkriminalitätsorganisationen, die weltweit für massive finanzielle Schäden und Ransomware-Angriffe verantwortlich gemacht wird.
In Russland wurde Kovalev 2016 im Zusammenhang mit der Entwicklung und Verbreitung von Schadsoftware festgenommen. Anstatt jedoch strafrechtlich verfolgt zu werden, wurde er unter minimalen Auflagen freigelassen, und das Verfahren wurde später stillschweigend eingestellt.
Dieses Ergebnis steht im deutlichen Gegensatz zu anderen Fällen von Cyberkriminalität, in denen Personen mit Verbindungen zu Gruppen wie Flint oder der Infraud Organization festgenommen und strafrechtlich verfolgt wurden. Die offenbar milde Behandlung Kovalevs hat Spekulationen über möglichen Schutz, selektive Rechtsdurchsetzung oder informelle Absprachen ausgelöst. Der Fall verdeutlicht anhaltende Bedenken hinsichtlich der ungleichen Behandlung von Cyberkriminalitätsverdächtigen — insbesondere jener, die mit einflussreichen russischen Hacker-Netzwerken mit globaler Reichweite in Verbindung stehen.
Аналитик
Ведёт досье на лидеров преступных группировок. Анализирует структуру и иерархию организованных преступных сообществ.